Foto des Monats Dezember 2007

 

50 Jahre Umbauwagen

 

Vor genau 50 Jahren, also im Dezember 1957, nahm die DVG mit GTw 224 den ersten Umbau-Triebwagen in Betrieb. Ihm sollten bis 1960 insgesamt 36 weitere Triebwagen und 2 Umbau-Gelenkbeiwagen folgen. Letztere wurden 1963 motorisiert, womit sich die Gesamtanzahl auf 39 Triebwagen erhöhte. Mit Einstellung der SL 2, Hochfeld – Zoo, ihrer letzten Stammlinie, am 28. September 1979 (siehe Foto aus Januar 2004) endete auch der Einsatz der letzten verbliebenen Umbauwagen, die anschließend nach und nach verschrottet wurden. Bei der DVG überlebte keiner dieser verkehrsgeschichtlich so interessanten Fahrzeuge. Die Wagen 1160, 1206, 1216 und 1223 wurden vom Deutschen Straßenbahnmuseum, Hannover (DSM), heute Historisches Straßenbahnmuseum, Sehnde-Wehmingen (HSM), übernommen, zeigen sich heute aber, sofern überhaupt noch vorhanden, in mehr oder weniger betrüblichem Zustand. GTw 1208 gelangte im Dezember 1988 an die Museumsstraßenbahn Amsterdam

Der Dezember-Bilderbogen soll an diese Wagen erinnern.

 

 

GTw 1224

Der vordere Wagenteil des GTw 224 (1966 = 1224) hatte seinen Ursprung im Tw 440, der 1950 als meterspuriger Dreiachser von Westwaggon geliefert wurde. In der Fotogalerie - http://www.tram-duisburg.de/TW2/Data/page.htm?94,0 - befindet sich ein entsprechendes Foto mit der Sicht auf das Fahrgestell. 1952 erfolgte der Umbau in einen regelspurigen Zweiachser, wonach er allerdings seine “meterspurige“ Wagennummer behielt. 1957 erhielt er bei der DÜWAG ein Neubauheck, das mit einem Drehgestell ausgestattet war, weshalb bei dieser Serie – im Gegensatz zu den anderen Umbauwagentypen – auf ein Mittelteil, gemeinhin als Sänfte bezeichnet, verzichtet werden konnte. Insgesamt wurden 19 Triebwagen umgebaut (GTw 209 bis 227, 1966 = 1209 bis 1227).

Am 23. April 1979 verlässt er auf SL 2, Hochfeld – Zoo, soeben die Haltestelle Kuhtor.

 

GTw 1167

Die beiden GTw 166 und 167 (1966 = 1166 und 1167) entstanden 1960 interessanterweise aus den vier Aufbau-Beiwagen 250 und 251 sowie 340 und 341 (Westwaggon, 1950/51), hier durch Einfügen eines Neubau-Mittelteils. Bei dem Umbau 1971 für den Einmannbetrieb wurden die Türen an den Einstiegplattformen halbiert. Bereits nicht mehr im Fahrgasteinsatz zeigt sich GTw 1167 in diesem Zustand am 10. August 1980 als “Pausenbude“ im Btf. Hamborn. Verschrottet wurden die beiden Wagen im Juli 1983 bzw. April 1982.

 

GTw 1160

Die zehn, im internen Jargon als “Bullemänner“ bezeichneten Triebwagen 156 bis 165 (1966 = 1156 bis 1165) sind sicherlich die kuriosesten Umbauten. Entstanden sie doch 1959 aus 1925 von der Waggonfabrik Uerdingen an die Duisburger Straßenbahn gelieferten Stahltriebwagen und Aufbau-Beiwagen der Baujahre 1950/51 (Westwaggon), sowie nicht zuletzt einem eingefügten Neubau-Mittelteil. Mit Ausnahme von GTw 1160 wurden alle übrigen bereits bis 1978 verschrottet. Dieser trat im September 1986 seine Reise ins DSM, Hannover, an.

Am 28. April 1978 wartet GTw 1160 auf einer Sonderfahrt vor der Ampel in der Steinschen Gasse, um in die Kuhstraße abzubiegen.

 

GTw 1206

Die sechs GTw 203 bis 208 (1966 = GTw 1203 bis 1208) entstanden 1958 aus KSW-Trieb- (Fuchs, 1944-46) und -Beiwagen (Waggonfabrik Uerdingen, 1945/46). Zwischen Dezember 1975 bis Oktober 1983 wurden die GTw 1203, 1204, 1205 und 1207 verschrottet, GTw 1206 im Juli 1983 an das DSM abgegeben.

GTw 1208 brannte am 16. Juli 1969 nach einem Blitzeinschlag aus, wurde aber wieder aufgebaut und 1978 nochmals modernisiert. Deshalb blieb er auch wesentlich länger im Bestand der DVG (im aktiven Einsatz kann man ihn auf dem Foto aus dem Oktober 2006 erleben), bis er letztendlich im Dezember 1988 von der Museumsstraßenbahn Amsterdam übernommen wurde. Seit Juni 2002 befindet er allerdings im “controversy tram inn“, Hoogwoud/NL, wo man in diesem Wagen übernachten kann, wie man auf deren Homepage www.controversy.nl/index2.htm nachlesen kann.

Wegen außergewöhnlich starken Schneefalls in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember 1978 konnte der Straßenbahnbetrieb am Silvestertag nicht aufgenommen werden. Erst ab dem frühen Nachmittag war es möglich, mit den beiden Umbau-Gelenktriebwagen 1206 und 1207 wenigstens zwischen Ruhrort und Zoo einen notdürftigen Straßenbahnverkehr (als SL 1E) durchzuführen. Der übrige Nahverkehr konnte nur unzureichend mit Omnibussen erbracht werden. Das Foto zeigt GTw 1206 in diesem harten Wintereinsatz gegen 16:00 Uhr am Schwanentor auf seiner Fahrt als SL 1E von Ruhrort zum Zoo.

 Foto und Text von Winfried Roth